
Der sanfte Start
Dein Kind darf bei mir seinen eigenen Weg entdecken —
getragen von Verbindung, Bindung und bewusst gelebtem Alltag.
Eingewöhnung.
Ein zentraler und für mich besonders wichtiger Bestandteil meines pädagogischen Ansatzes ist die behutsame Gestaltung der Eingewöhnung in den neuen und zunächst ungewohnten Tagesablauf.
Ich bin überzeugt: Kinder sind von Geburt an kompetente Wesen mit dem Recht, beteiligt, gehört und ernst genommen zu werden. Deshalb orientiere ich mich in meiner Kindertagespflege am partizipatorischen Eingewöhnungsmodell.
Dabei steht nicht das schnelle Funktionieren im Vordergrund, sondern das sichere und vertrauensvolle Ankommen des Kindes.
Grundlagen der Eingewöhnung
· sichere Bindung durch konstante Bezugspersonen
· feinfühliges Reagieren auf die Signale des Kindes
· individuelle Dauer statt starrem Zeitplan
· aktive Beteiligung der Eltern
· das Tempo des Kindes steht im Mittelpunkt
Ablauf der Eingewöhnung
1. Kennenlernen mit anwesendem Elternteil
2. Beziehungsaufbau zur Kindertagespflegeperson
3. Erste kurze Trennungsversuche nur bei erkennbarer Stabilität
4. Schrittweise Ausdehnung der Betreuungszeit
5. Abschlussgespräch und gemeinsame Reflexion
Mir ist wichtig, dass Kinder nicht „möglichst schnell eingewöhnt werden“, sondern aktiv mitentscheiden dürfen, wann sie bereit sind, Beziehungen aufzubauen oder erste Trennungen zu bewältigen.
Eine zu frühe Trennung kann für kleine Kinder belastend sein und zu starkem Stress führen. Gerade bei Kindern unter drei Jahren braucht es daher besondere Sensibilität, Zeit und Verlässlichkeit.
Deshalb verstehe ich Eingewöhnung nicht als starres Programm, sondern als individuellen gemeinsamen Prozess von Kind, Eltern und mir als Betreuungsperson.
Ziele der Kennenlernphase
Dein Kind soll gemeinsam mit Dir und mir:
· meine Räume kennenlernen
· Abläufe verstehen
· Vertrauen entwickeln
· Beziehungen aufbauen
· Sicherheit gewinnen
Rolle der Eltern
Ganz anders als bei vielen anderen Eingewöhnungsmodellen, nimmst du als Bezugsperson aktiv teil am Geschehen und bist nicht lediglich der teilnahmslose, passive Ruhepol.
Du hast Dein Kind bisher in allen Situationen seines Lebens aktiv begleitet und unterstützt.
Dieser Abschnitt ist für viele Familien vielleicht der erste wirklich schwere Teil in einem ständigen Prozess des Seins & dem des Lassens.
Nur gemeinsam gelingt ein Trennungsprozess, der die Bindungssicherheit deines Kindes stärkt.
Du kennst die Signale Deines Kindes am besten, verfügst über bewährte Troststrategien und bist ein unverzichtbarer Teil dieses Prozesses.
Ein offener, ehrlicher und vertrauensvoller Austausch zwischen uns stärkt Dein Kind und erleichtert ihm (und auch Dir) den Übergang in die neue Situation.
Familien haben unterschiedliche Vorstellungen von Nähe, Betreuung, Trennung und Erziehung – Kinder ebenfalls. Deshalb braucht jede Eingewöhnung Zeit, Individualität und gegenseitiges Verständnis.
Die Dauer der Eingewöhnung bestimmt nicht der Kalender, sondern dein Kind.
Denn nur wenn Kinder mitbestimmen dürfen, können sie sich frei, sicher und gesund entfalten.